Moxa – Beifußkraut, das für die Moxibustionstherapie verwendet wird – kann auch problemlos selber hergestellt werden. Hier gibt’s die Anleitung zum Moxa-Kraut selber machen.

Von Mag. Manuela Kloibhofer

Da das traditionelle Moxen aus China kommt, ist es auch naheliegend, dass Moxa-Kraut chinesisch ist. Meist wird dazu die Beifuß-Art Artemisia vulgaris verwendet, aber eben der chinesische gewöhnliche Beifuß, nicht zu verwechseln mit dem heimischen gewöhnlichen Beifuß, der verwirrenderweise ebenfalls Artemisia vulgaris heißt. Als der (heimische) Beifuß in meinem Garten aber dann über mein Dach hinauswuchs und ich nicht mehr wusste, wohin mit der ganzen Ernte, dachte ich mir, ich mach mir einfach mal den Spaß und probiere mein eigenes Moxakraut zu erzeugen. Immerhin lautet meine Devise ja auch „Was bei uns wächst, wirkt für uns am besten“, also dachte ich mir, dass der heimische Beifuß da auch nicht so schlecht sein kann! (Eine Ode an den Beifuß ist auch der wunderbare 9-Kräutersegen aus dem 9. Jh.)

So wird’s gemacht 

Beifuß kurz vor der Blüte ernten, – also wenn die Blütenknospen kurz vor dem Aufspringen sind. Juli ist meist eine gute Zeit dafür. Zum Trocknen in Büscheln an einem trockenen, luftigen, insektensicheren Ort aufhängen (mind. einige Wochen). Am besten erfolgt die Ernte natürlich aus dem Eigenbau, da weiß man, dass der Beifuß nicht pestizid- oder abgasvergiftet ist. Man findet ihn aber auch fast überall in der freien Natur – er ist dir sicher schon mal an einem Wegesrand begegnet, auch wenn du ihn vielleicht gar nicht wahrgenommen hast. Denn er wächst hierzulande wirklich fast überall, sogar mitten in Wien habe ich ihn schon gesichtet.

Wenn das Kraut getrocknet ist, die feinen Teile – Blüten und Blätter abzupfen und klein schneiden. Hier kannst du dich selbst mit dem Reinheitsgrad des Moxakrautes spielen. Blattstiele und Ästchen machen es gröber und die Farbe dunkler, wenn du nur die feinen Härchen der Blüten(stiele) verwendest, wird es viel feiner und goldgelber. Anschließend kurz mahlen, bis die Moxawolle den erwünschten Feinheitsgrad hat. Ich verwende dazu eine elektrische Kaffeemühle. Dann in einem Schraubglas trocken und dunkel aufbewahren. Fertig ist die eigene Moxawolle! 

Mein Fazit

Ich habe meine eigene Moxawolle schon etliche Male fürs Moxakisterl verwendet und bin begeistert. Ich könnte nicht sagen, dass die gekaufte besser funktioniert und verwende eigentlich seither nur mehr die eigene für das Moxakisterl. Weil ich aber neugierig bin und alle Kräuter so gern habe, habe ich nicht widerstehen können, als ich unlängst in der Gärtnerei meines Vertrauens einen chinesichen Moxa-Beifuß entdeckt habe. Seit ein paar Monaten wächst er nun freudig in seiner neuen Heimat in meinem Garten vor sich hin. Nächstes Jahr wird kommt dann er für das nächste Experiment dran. Ich freu mich schon und werde berichten!

Alles Liebe beim selber Ausprobieren!

 

Mag. Manuela Kloibhofer