Sex braucht lediglich den Körper. Liebe braucht die Seele. Um beide Aspekte zusammen zu bringen brauchen wir den Perikard-Meridian. Ein Beitrag von unserem Meridian-Experten Mike Mandl.

Von Mike Mandl

Sex braucht lediglich den Körper. Liebe braucht die Seele. Um beide Aspekte zusammen zu bringen brauchen wir den Perikard-Meridians. Ansonsten werden Sex und Liebe zwei getrennte und von einander unabhängige Lebensbereiche und die Gefahr besteht, dass man immer das Gefühl hat, irgendetwas fehlt: Dort wo Liebe ist, tut sich die Erotik schwer und dem Sex mangelt es an Nähe und Gefühl. Manchmal wird diese Trennung sogar so stark erlebt, dass Liebe und Sex nicht mit demselben Partner gelebt werden können. Eine erfüllende Sexualität, ob als Single oder in Rahmen einer Beziehung, ist aber wichtig für umfassendes Wohlbefinden, Zufriedenheit und Gesundheit, sofern man sich nicht entschieden hat, sein Leben komplett Gott oder einem anderen spirituellen Weg zu widmen und selbst wenn, klappt die Transformation der sexuellen Energie in reine Liebe und reines Licht nicht immer. Für die mehr irdischen orientierten Lebewesen lohnt es sich daher, auf den Perikard-Meridian zu hören, denn Frust im Liebesleben kann eine direkte Auswirkung auf das Herz haben. Der Perikard-Meridian als Beschützer des Kaisers der Organe hilft diesen zu vermeiden, indem er durch seine Kompetenz in Sachen Herzöffnung, Zirkulation und Integration für ein ganzheitliches Erlebnis im Bett sorgt.

Ein gut entwickelter Perikard-Meridian ermöglicht uns die Erfahrung tiefer Intimität. Intimität zeichnet sich dadurch aus, dass wir Berührung, Verbundenheit und Vertrautheit nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf emotionaler oder geistiger Ebene erfahren können. Ohne diese Intimität treffen beim Sex nur zwei ichbezogene Menschen aufeinander, die auf der Suche nach der eigenen Befriedigung sind und diese physikalisch abarbeiten. Das ist nicht immer schlecht, manchmal erfüllt Sex einfach auch den Zweck einer reinigenden Katharsis: Druck, Anspannung, Lust, Verlangen, Trieb, das alles braucht sein Ventil, das will verbrannt und gelebt werden, am besten im Feuer der Leidenschaft. Genauso braucht allerdings die Intimität ihr Ventil. Längerfristig ist diese sogar für entscheidender für das eigene Wohlbefinden.

Eine Störung im Perikard-Meridian kann hier zu einer Einseitigkeit führen, man tendiert die Sehnsucht nach Nähe rein über die Begierde ihren Ausdruck rein finden zu lassen. Berührt wird dabei aber lediglich die Haut, nicht die Seele. Derart kann man schnell intim werden, sehr schnell sogar, auch innerhalb weniger Stunden oder Minuten. Das entspricht dem Zeitgeist, Bedürfnisse ohne Aufschub befriedigt zu haben wollen. Bringt einen der Zufall aber nicht mit der Liebe seines Lebens, sondern mit einer ähnlich getakteten Person zusammen, dann wird das Frühstück gerne vom Schöne-Nacht-Aber-Morgen-Danach-Syndrom serviert. Egal in wie vielen Orgasmen man auch verschmolzen sein mag, wie extatisch der Rausch der Sinne war, irgendwie fühlt man sich komisch, leer, kann mit der anderen Person neben sich im Bett nicht wirklich etwas anfangen, man fühlt sich fehl am Platz. Weil eben etwas fehlt. Etwas, dass sich eben nicht per One-Night-Stand erledigen lässt.

Das Herz beginnt zu blühen, wenn es von der Dreifaltigkeit der Liebe umsorgt wird. Es braucht Intimität in Form von emotionaler Nähe und Vertrautheit. Es braucht Leidenschaft in Form von romantischer und leidenschaftlicher Lust. Es braucht Bindung, Loyalität und Stabilität. Liebe ohne Leidenschaft wird zur Freundschaft. Liebe ohne Bindung ist nicht mehr als eine Affäre. Leidenschaft ohne Intimität und Bindung ist Sex. Der Perikard-Meridian kann all diese Qualitäten zusammenführen und verbinden und somit das Herz schützen und nähren. Er ermöglich uns auch einen bewussten Wechsel zwischen den Ebenen, dann manchmal braucht man selber mehr von der einen, manchmal braucht der andere mehr von der anderen. Er lässt uns frei wählen, spielen, entscheiden. Er ist sich klar, um was es geht.

Das ist wichtig, sonst suchen wir nach dem Fehlenden auf der falschen Ebene, meist auf der körperlichen, weil man zu dieser den leichtesten Zugang findet. Sex mag kurzzeitig ein oberflächliches Verlangen befriedigen, die tieferen Bedürfnisse bleiben trotzdem umgestillt. Man braucht daher immer mehr davon, man bekommt nie genug, bis hin zur Sucht nach Sex, die auch als Störung des Perikard-Meridians gesehen wird. Umgekehrt kann sich eine Störung im Perikard-Meridian auch darin zeigen, dass der Weg zum Unterleib einzig und allein über das Herz zu führen hat. Dass es einem unmöglich ist Lust zu empfinden, wenn nicht Nähe und Verbundenheit mit im Spiel sind. Der Beischlaf wird zu Bestätigung. Man macht Liebe, um geliebt zu werden. Man kann nur Liebe machen, wenn man geliebt wird. Ein kleiner Teufelskreis, der zu einem tendenziell verkrampften Umgang mit der ganze Sexgeschichte führt. Dadurch kann die Lust ihren animalischen Aspekt, ihre triebhafte Lebendigkeit verlieren. Auch das ist eine Form der Einseitigkeit, die längerfristig an der Zufriedenheit im Schlafzimmer knappen kann.

Der Perikard-Meridian in vitalem Zustand sorgt für ein Gleichgewicht zwischen körperlichen, emotionalen und geistigen Faktoren. Er öffnet das Herz, aber auch das Becken, er versorgt es mit Blut und Energie. Er verbindet Herz und Becken. Er lässt die Lust im gesamten System zirkulieren. Er ist der Schlüssel zu einer wirklich zufrieden stellenden Sexualität. Und diese wiederum trägt zum umfassenden Wohlbefinden und zu ganzheitlicher Gesundheit bei.

 

Mike Mandl