Schmerzen vor oder während des weiblichen Zyklus sind weit verbreitet. Shiatsu kann hier hervorragend helfen. Ein Beitrag von unserer Frauengesundheits-Expertin Manuela Kloibhofer.

Von Manuela Kloibhofer

Hand aufs Herz. Wie geht es dir mit deinem weiblichen Zyklus? Ist er regelmäßig alle 28-30 Tage, schmerzfrei und frei von emotionalen und seelischen Tiefs? Wenn deine Antwort „Ja“ ist, gratuliere ich dir von ganzem Herzen und freue mich wahnsinnig, dass bei dir alles in Ordnung ist. Leider gehörst du dann aber zu einer sehr kleinen Randgruppe. „Nein, aber das ist doch eh normal.“ „Mit Schmerzen und Beschwerden einmal im Monat muss man halt leben.“ „So geht es doch eh allen Frauen.“ Diese Sätze und mehr höre ich immer wieder in meiner Praxis. Leider scheint der heutige „Normalzustand“ für die meisten Frauen zu sein, vielerlei Beschwerden rund um ihren weiblichen Zyklus zu haben bzw. diesen zumindest als lästig zu empfinden. Der natürliche, gesunde Zustand ist aber eine schmerz- und beschwerdefreie Menstruation, eine Zeit, die für Rückschau und Einkehr genutzt werden kann und in der Frau wieder ganz in ihre Kraft kommt. Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich ziehe den natürlichen, beschwerdefreien Zustand dem heutigen „Normalzustand“ alle Male vor! Was kann man also tun, um wieder in den wahren Normalzustand zurückzugelangen?

Kälte, Feuchtigkeit und Stagnationen

Schauen wir uns zuerst mal an, was die Hauptfaktoren für die Beschwerden sind. In der TCM- und „Shiatsu-Sprache“ sind dies Kälte, Feuchtigkeit und Stagnation.

Kälte und Feuchtigkeit

Ein gesunder weiblicher Unterleib ist warm, gut durchblutet und die Eierstöcke und Eileiter sind frei und unverschleimt. Vor allem für die Nieren, die die Energie für Sexualität und Sexualorgane zur Verfügung stellen, ist Kälte der größte Feind. Durch Umwelteinflüsse wie kaltes, feuchtes Klima, ungünstige Ernährung mit einem zuviel an kalten und schleimfördernden Nahrungsmitteln (wie Milchprodukte, weißer Zucker, Weißmehl, Südfrüchte, etc.), Stress und Vernachlässigung der Weiblichkeit entstehen Kälte und Feuchtigkeit. Der Unterleib wird im wahrsten Sinne des Wortes kalt und verschleimt. Typische Beschwerdebilder von Kälte und Feuchtigkeit sind klumpige, sehr dunkle Menstruation, Abneigung gegen Kälte, Zysten und Libidoverlust bis hin zu Unfruchtbarkeit.

Stagnation

Meist betrifft die Stagnation das Holzelement (Leber und Galle) – und vor allem den Lebermeridian. Laut TCM steht die Leber für unser kreatives Potential, Wachstum und wird in wunderbar blumiger Sprache auch die „Mutter der Emotionen“ genannt. Geht’s uns mal nicht so gut, ist eine Laus über die Leber gelaufen und uns kommt mit der Wut auch gleich die Galle hoch. Außerdem ist die Leber für den freien Blut- und Energiefluss zuständig und kann Starrheit und Eingeengtsein gar nicht leiden. Leben wir nun unsere Kreativität und unsere Träume nicht, haben wir weder körperlichen noch geistigen Freiraum und schlucken wir Galle und Wut hinunter, anstatt auch unserer gesunden Aggression Ausdruck zu verleihen, wird unser Holz spröde und steif. Blut und Energie können nicht mehr frei fließen, es kommt zum typischen prämenstruellen Stau mit Völlegefühl, Brustspannen, Druck im Kopf und emotionalen Achterbahnfahrten. Shiatsu löst Blockaden und fördert die Versorgung des Unterleibs mit Blut und Chi

Was Frau tun kann

Shiatsu hilft, genau diese Blockaden und Stauungen zu lösen, indem es den Energiefluss wieder anregt. Leber und Gallenmeridian dürfen sich entspannen und so verschwindet die Laus auf der Leber und die aufsteigende Galle darf sich wieder senken. Außerdem gelangt durch die Anregung der Meridiane beim Shiatsu wieder Wärme und Leben in den Unterleib, die Nieren werden gestärkt und durch ausleitende Techniken beginnt sich der Schleim zu lösen. Unterstützend können Feuchtigkeit und Kälte durch Ernährungsumstellung und Mittel aus der Hausapotheke wie Moxen und Ingwerkompressen eliminiert werden. Schröpfen löst Stagnationen und fördert die Durchblutung. Zusätzlich regulieren Kräuter wie Frauenmantel und Beifuß den Zyklus oder regen ihn an. Darüber hinaus hilft die Eigenanwendung der Brust- und Eierstockmassage, den Hormonhaushalt wieder ins Lot zu bekommen. Der Partner darf natürlich gerne dabei helfen 😉

Und schließlich ist es ganz wichtig, mal tief in sich hineinzuspüren und sich zu fragen, ob man wirklich sein schöpferisches Potential lebt, seine Träumen Ausdruck verleiht und ob man seiner Weiblichkeit genug Raum gibt. Ein Mensistagebuch kann hier bspw. helfen, einen besseren Zugang zum eigenen Rhythmus und zu den eigenen Gefühlen zu bekommen. Bauchtanz wirkt übrigens auch Wunder – und ganz nebenbei macht es Spaß auch noch! 😉 In diesem Sinne viel Spaß beim Ausprobieren der Techniken und beim Sich-selbst-wieder-neu-entdecken! Ich begleite dich gerne in meiner ganzheitlichen Praxis bei deinem Prozess.

 

Mag.a Manuela Kloibhofer