Damit ihr heuer ganz ohne Grippe gut über den Winter kommt, möchten wir ein besonders wirksames Kraut für ein starkes Immunsystem vorstellen – den Wasserdost.

Name und Standort vom Wasserdost

Die meisten von euch werden jetzt wahrscheinlich sagen „Wasserdost, noch nie gehört. Den hab ich auch sicher noch nie gesehen.“ Der Wasserdost (Eupatorium cannabinum), auch Kunigundenkraut oder wegen seiner hanfähnlichen Blätter Wasserhanf genannt, ist eine relativ unbekannte Heilpflanze. Schade, denn er hat es wirklich in sich und dürfte ruhig bekannter werden! Wenn man mit bewusstem Blick durch die Natur (bzw. sogar durch die Stadt) geht, kommt er einem gar nicht so selten unter.

Wie der Name „WASSERdost“ schon vermuten lässt, wächst er gerne am Wasser, bevorzugt an Fluss- oder Bachufern und in Auen im Halbschatten, traut sich aber hier und da auch in die Höhen und zeigt sich prachtvoll in größeren Beständen dem interessierten Wanderer. Er ist auch eine ganz tolle Zeigerpflanze für unterirdische Wasseradern. Findet man ihn auf einem recht trockenen Plätzchen, liegt darunter mit ziemlicher Sicherheit eine Wasserader. Der Wasserdost kann so also zum Teil den Wünschelrutengänger ersetzen bzw. gibt Hinweise, an welchen Stellen man erst recht genauer auf Wasseradern prüfen sollte.

Heilwirkung vom Wasserdost

Pflanzen die wie der Wasserdost nahe am Wasser wachsen, haben meist einen starken Bezug zu Krankheiten, die „in der Nässe“ entstehen oder sich im feuchten Klima verschlimmern. Immerhin müssen sie selbst in dieser feucht-kalten Umgebung überleben. Beispiele für solche Beschwerden sind Rheuma und Erkältungskrankheiten.

Genau da setzt jetzt unser Wasserdost an – er unterstützt uns bei Erkältung und Grippe und – was noch besser ist – er stärkt unser Immunsystem, sodass Bakterien und Viren erst gar keine Chance haben, uns krank zu machen! Und das tut er nachweislich mindestens genauso gut wie der purpurne oder auch der schmalblättrige Sonnenhut, die viele von euch sicher als homöopathische Echinacea-Globuli kennen. Der Wasserdost ist somit eine unserer besten heimischen immunstärkenden Alternativen zur homöopathischen Echinacea sowie zum Huang Qi der TCM.

Darüber hinaus hilft der Wasserdost bei Ödemen, indem er die Nierentätigkeit anregt, wirkt reinigend auf Leber, Galle und Milz, kann Linderung bei Heuschnupfen bringen und ist über die leberreinigende Wirkung nebenbei auch ein Hautheilmittel. Außerdem wirkt die Wurzel äußerlich als Wundheilmittel und schmerzstillend.

Anwendung vom Wasserdost

Verwenden kann man den Wasserdost als Tee, am besten als Kaltauszug. Dazu setzt man 1-2 TL pro Tasse in kaltem Wasser über Nacht an. Am nächsten Tag abseihen, evtl. auf Trinktemperatur erwärmen und schluckweise trinken.) Die Standarddosis sind 2-3 Tassen tgl. über 3-4 Wochen.

Für Teemuffel oder für unterwegs bietet sich eine Wasserdost-Tinktur an: frisches oder getrocknetes kleingeschnittenes Kraut zu 3/4 in ein Marmeladenglas füllen, mit 40%igem klaren Alkohol (z.B. Korn) übergießen, verschließen und mind. 40 Tage stehen lassen, öfters schütteln. Dann abseihen und in dunkle Flaschen füllen. Zur Immunstärkung 3x tgl. 10 Tropfen über 3-4 Wochen einnehmen.

ACHTUNG: Da der Wasserdost Pyrrolizidinalkaloide enthält, sollte er nicht hochdosiert werden. Ich nenne diese Tropfen eigentlich meist liebevoll meine „Wundertropfen“, weil sie fast immer bestens vor Ansteckungen bewahren, außer es soll einfach mal wirklich sein, dass man sich erkältet, aber auch dann hilft uns der Wasserdost wieder schneller auf die Beine. Dies tut er dann am Besten in Kombination mit anderen wertvollen Helfern aus der Pflanzenwelt, wie bspw. schleimlösende sowie antibiotisch und antiviral wirksame Kräuter. Aber das ist eine andere Geschichte … 

Mag. Manuela Kloibhofer