Jede Jahreszeit hat ihre Qualität. Jedes Nahrungsmittel hat seine Qualität. Jedes zubereitete Mahl hat seine Qualität. Gesundheit können wir fördern, indem wir unsere Essenverhalten auf die Jahreszeit abstimmen.

Der Winter ist die dem Wasserelements zugeordnete Jahreszeit. In der Phase des Sonnentiefstandes dominieren tiefe Temperaturen und Dunkelheit, die Natur begibt sich in einen Ruhezustand, Lebensprozesse verlangsamen sich, erstarren teilweise komplett, Stille statt Lärm, Pause statt Aktivität, es gilt Kraft und Energie zu bewahren, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, sich zu sammeln. Das trifft auch für uns Menschen zu. Die frostigen und lichtarmen Wintertage fordern unser Immunsystem maximal heraus. Auch der Psyche weht ein kalter Wind entgegen. Die Leichtigkeit des Sommers ist weit entfernt, Licht und Wärme fehlen der Seele, um sich geschmeichelt zu fühlen. Der Winter ist in Summe die Jahreszeit, die uns am meisten Energie „kostet“.

Wir benötigen daher ein mehr Energie, um den widrigen klimatischen Lebensbedingungen gegenüber treten zu können. Wir brauchen mehr Willenskraft, um aus dem Bett zu kommen, mehr Willenskraft, um uns hinaus in den Alltag zu begeben. Der Kontakt zur Außenwelt, auf das Wesentliche reduziert. Wir brauchen mehr Regeneration und mehr Schlaf, um die inneren Batterien immer wieder ausreichend aufladen zu können. Und wir benötigen die richtigen Lebensmittel, richtig zubereitet, um gesund und stark durch diese fordernde Jahreszeit zu gehen. Wollen wir unser Wasserelement stärken, muss uns die Nahrung vor allem Wärme, hochwertige Energie und Substanz bereit stellen.

„Mit der Nahrung beheizen wir unser System.
Nur das hochwertigste Holz mit dem besten
Brennwert stellt sicher, dass wir bei Kälte nicht
Frieren müssen oder Energie verlieren.“

Aber nicht nur im Winter müssen wir auf unseren Energiehaushalt acht geben. Jede Phase im Leben, die einen existentiellen oder stark belastenden Charakter hat, kann als Wasserzeit gesehen werden. Ob bei Krisen, Übergangszeiten, schweren Krankheiten oder starken Erschöpfungszuständen: Auch hier benötigen wir vor allem aufbauende, wärmende und stärkende Nahrung. Das gilt genauso, wenn wir aufgrund unserer bisherigen Ernährungsweise einen Winter ins uns hergestellt haben, durch thermisch zu kalte Nahrungsmittel und Getränke.

Was in unserem System passiert, wenn wir uns in Wasserphasen nicht angepasst ernähren, lässt sich am leichtesten mit dem Bild eines ungeheizten Hauses im Winter nachvollziehen. Es kühlt aus. Die Wände werden feucht und klamm. Leitungen frieren ein. Schimmel kann sich bilden. Die Substanz verfällt. Der ideale Nährboden für viele körperliche, emotionale und geistige Problemstellungen. Am leichtesten lässt sich gegen innere Kälte, Substanzmangel und Energielosigkeit mit den Kochlöffel dagegen halten.

KOCHEN FÜR DAS WASSERELEMENT        

Das Wissen, wie man sich mit den richtigen Nahrungsmitteln und der richtigen Zubereitungsmethode an die jeweilige Jahreszeit anpasst, war in jedem Kulturkreis verankert. Vieles ist davon verloren gegangen, ein paar Reste dieses Erfahrungsschatzes findet man jedoch noch immer: Klopft bei uns der Winter an die Tür, werden auf der Strasse geröstete Maroni und Glühwein angeboten. Im Ofen zuhause duften Apfelstrudel und Kekse. Rund um Weihnachten wird bevorzugt deftig aufgekocht, fett und eiweißreich. Und genau das benötigt unser System in den Wasserphasen unseres Lebens, um mit Kälte, Substanz- und Energiemangel umgehen zu können: Wärme, durch lange Zubereitungszeit oder Gewürze. Fett, als Brennstoff. Proteine, als Bausteine des Lebens. Und Salz als Konservierungsmittel. Das macht in dieser Jahreszeit durchaus Sinn.

Das Problem: Wir essen derart aus Gewohnheit. Und nicht, um gezielt mit unserer Ernährung einen Effekt hervorzurufen. Viele Menschen ernähren sich das ganze Jahr, als stünde ständig der Winter bevor. Andere kühlen sich elf Monate lang aus und schlagen kurzfristig massiv über die Stränge. Dazu kommt, dass wir oft zu ungesunden Fetten und zuviel Salz tendieren. Und die ganze Sache noch mit einem Überschuss an Kohlenhydraten kombinieren. Das bringt uns aus dem Gleichgewicht. Und hat mit sinnvoller Ernährung für das Wasserelement nichts zu tun. Jetzt: Was tut dem Wasserelement gut?

WAS DEM WASSERELEMENT GUT TUT

WÄRME: Wärme ist Energie. Und das dem Wasserelement zugeordnete Organ, die Nieren, ist besonders empfindlich gegenüber Kälte und Energiemangel. Wir brauchen Wärme, wenn wir es mit äußerer und innerer Kälte zu tun haben. Und wir brauchen Energie, wenn wir erschöpft oder belastet sind. Wärme in unsere Nahrung bekommen wir durch zwei Aspekte: Den Zubereitungsstil. Und die Zutaten.

Durch langes Kochen oder langes Schmoren im Ofen übertragen wir eine gute Form von Wärmeenergie in die Nahrung. Suppen, Eintöpfe, Aufläufe, Braten: Alles Gerichte, die uns Kraft und Energie spenden. Alles Gerichte, die sich gut zur Stärkung des Wasserelementes eignen. Und manche Gerichte werden erst durch mehrmaliges Aufwärmen richtig gut. Das klassische Gulasch zum Beispiel. Wir spüren, dass diese Speisen derart besser schmecken, das ist das Mehr an Energie, das in ihnen steckt. Viele traditionelle Wintergerichte haben daher eine lange Zubereitungsphase. Aus genau diesem Grund.

„In der traditionellen chinesischen Medizin werden manche Kraftsuppen
über Tage hinweg gekocht.

Je länger, desto mehr eigenen sie sich
zum Aufbauen und Stärken.“

Aber Achtung: Wärme ist nicht Hitze und Hitze kann das Wasserelement genauso schädigen, weil Hitze das Wasser in uns verdampft, uns sogar Energie verlieren lässt. Hitze entsteht zum Beispiel durch zu scharfes Anbraten oder ein Übermaß an scharfen Gewürze. Das richtige Maß an Wärme ist daher entscheidend. Am anderen Ende dieser Skala stet das Zubereiten von Tiefkühlnahrung mit der Mikrowelle. Derartige Gerichte bleiben thermisch kalt, können uns keine Energie zu Verfügung stellen. Aber auch das „schnelle“ Frühstück aus dem Kühlschrank belastet das Wasserelement.

Nicht gekochte Lebensmittel mit kalter Milch oder kaltem Orangensaft eingenommen, kosten unserem System Energie, weil es dann selber Wärme zu Verfügung stellen muss, um die Nahrung mit dem Verdauungsfeuer zu verwerten. Menschen mit viel innerer Hitze können sich das leisten, sie fühlen sich sogar besser, weil sie abkühlen. Auch unter klimatisch heißen Bedingungen macht es Sinn, sich zu kühlen. Wollen wir das Wasserelement stärken, brauchen wir allerdings Wärme. Nicht nur durch die Zubereitung, auch durch die richtige Auswahl der Lebensmittel. Hier ist vor allem der thermische Aspekt entscheidend.

Wir essen im tiefsten Winter als besonders vitaminreich angepriesene tropische Früchte, stellen der Schnupfenzeit literweise Orangensaft entgegen und wundern uns, dass wir trotzdem immer öfters verkühlt sind und unser Immunsystem geschwächt ist. Tropische Früchte sind thermisch kalt. Salat ist thermisch kalt. Viele Milchprodukte sind thermisch kalt. Kaffee und Tee kühlen unser System ebenfalls aus. Das Wasserelement braucht aber vor allem thermisch wärmende Lebensmittel. Und es braucht Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Proteinen.

PROTEINE: Alles Leben wurzelt im Wasser. Aus dem Wasser kamen wir, Wasser brauchen wir. Das Wasser steht für den Ursprung unseres Seins, wir haben uns in der großen Ursuppe entwickelt, unser Körper besteht zu 70% aus Wasser. Das Wasserelement repräsentiert unsere Essenz, unsere Wurzeln, unsere Herkunft, unseren biologischen Stamm. In der Nahrung sprechen daher vor allem Proteine das Wasserelement an, jene essentiellen Grundbausteine, die wir zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung von Körperzellen benötigen und die Basis für Muskeln, Organe, Blut, Haut und Haare darstellen. Die Bedeutung von Proteinen für unser System verbirgt sich schon in ihrem Namen. Protos: Erstes, Wichtigstes. Proeuo: Ich nehme den ersten Platz ein.

Ein Proteinmangel in Wachstumsphasen kann zu Unterentwicklung in physischer und psychischer Hinsicht führen. Ein Proteinmangel kann unsere Immunabwehr schwächen. Ebenso sind Kraft und Leistungsfähigkeit des Körpers herabgesetzt. Sprich: In Wasserphasen unseres Lebens, wenn es darum geht, unser Wasserelement zu stärken, Aufbauarbeit zu leisten, sich von Schwäche zu erholen, ist eine ausreichende Versorgung mit Proteinen von größter Bedeutung. Proteinhaltige Lebensmittel eignen sich auch hervorragend, um wärmend zubereitet zu werden. Die meisten proteinhaltigen Lebensmittel verlieren nicht an Wertigkeit, wenn sie lange gekocht oder geschmort werden. Im Gegenteil. Hochwertige Proteinquellen für das Wasserelement sind: Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen…

MINERALSTOFFE: Mineralstoffe sind anorganische Stoffe wie Salze oder Metalle, können von Körper nicht produziert und müssen daher mit der Nahrung zugeführt werden. Ein Wasserelement ohne Mineralstoffe ist wie destilliertes Wasser: Es kann uns nicht versorgen. Schwächen in den dem Wasserelement zugeordneten Körperregionen oder Körperfunktionen können entstehen. Zähne und Knochen brauchen Mineralstoffe. Nervenfunktionen brauchen Mineralstoffe. Unser Wasserhaushalt braucht Mineralstoffe. Der Aufbau von Körperstrukturen braucht Mineralstoffe. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung versorgt uns im Regelfall ausreichend mit Mineralstoffen. Ein hervorragender Träger von Mineralstoffen ist aber auch Salz. Naturbelassendes Salz enthält neben Natrium und Chlorid bis zu 84 Elemente wie Caclium, Kalium, Magnesium oder Sulfur.

„Überhaupt: Ohne die richtige Menge und das
richtige Salz geht gar nichts. Das Problem:
Wir sind meist mit klassischem Kochsalz übersalzen.“

Der salzige Geschmack wird dem Wasserelement zugeordnet. Jede Geschacksrichtung hat eine Wirkrichtung. Und salzig leitet nach unten, hin zu den Nieren, wo wir im Winter oder belastenden Zeiten Energie bewahren und speichern sollten. Zudem weicht Salz auf und wirkt reinigend. Salz kann auch Flüssigkeiten anziehen und dorthin dirigieren, wo sie gebraucht werden. Im Übermaß trocknet es den Körper jedoch aus, es verhärtet, es macht steif, das kann auch unseren Geist beeinflussen, denn ein starrer Körper führt oft zu einer starren Einstellung. Von daher: Kochsalz stark reduzieren, auf hochwertigere Salzquellen wie Natursalz, Miso, Sojasoße oder Sesamsalz umsteigen, und möglichst abwechslungsreich ernähren. Das gewährleistet eine ausreichende Mineralstoffzufuhr.

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