Mit Hilfe der 5 Elemente-Lehre der chinesischen Medizin können wir rasch und unkompliziert herausfinden, welche Grundqualität unseren Typen ausmacht.

Die Qualität der Jahreszeiten spiegelt sich auch in uns als Menschen. Manche Personen sind voller aktiver Frühlingsenergie. Andere sind geprägt von ruhiger Herbstenergie. Erkennen wir, welche Grundqualität in uns schlummert, können wir diese bewusst kultivieren und freisetzen.

Text: Auszug aus dem Buch „Ich Yin, du Yang“ von Mike Mandl

DER FEUERTYP: DER TANZ DES SEHENS UND GESEHEN WERDENS

Werfen Sie einen Blick auf Ihre Telefonrechnung: Wenn Sie sich hinsetzen müssen, um den Betrag zu verdauen, dann könnte das folgende Kapitel etwas für Sie sein. Denn das große Geheimnis gibt es gleich vorab! Der Feuertyp redet gerne. Er hat sein Herz auf der Zunge und diese steht selten still. Er muss sich mitteilen, artikulieren, labbern, quatschen, plaudern. Und weil das nicht ohne andere Menschen geht, ist Ihr Telefonbuch genauso überladen wie Ihre Telefonrechnung. Na gut, werden Sie meinen! Meine Telefonrechnung ist nicht so schlimm, genauso wie mein Telefonbuch. Aber seien Sie ehrlich, wie lange halten Sie es ohne Mitmenschen aus? Wie lange können Sie ruhig und bedächtig, ohne ein Wort zu verlieren, Ihr Tagewerk verrichten und dabei rundherum zufrieden sein? Aber Stopp!

Wir befinden uns bereits mitten im Tagewerk… Wir haben den Morgen ausgelassen! Aber Stopp! Ist das nicht etwas, das Ihnen ebenfalls bekannt vorkommt? Den Morgen auslassen? Nicht dass Sie prinzipiell gegen diese Tageszeit wären, keineswegs, aber da der Abend einfach bessere Möglichkeiten bietet, unters Volk zu kommen, wird er natürlich bevorzugt. Wird dieser des Öfteren bis in die frühen Morgenstunden ausgedehnt. Und das nicht nur am Wochenende! Deswegen haben Sie ein zwiespältiges Verhältnis zum Morgen: Eine Supertageszeit, wenn man dafür nicht extra aufstehen müsste. Aber Sie müssen. Weil es ihnen wichtig ist, am Arbeitsplatz nicht nur aufzutauchen, sondern wie die Morgensonne zu erscheinen. Ihre Garderobe ist umfangreich. Ist bunt. Ist extravagant. Ist aktuell. Ist schrill. Ist up to date. Ist beeindruckend.

Extravagant zu beeindrucken ist genau das, was Sie wollen! Sie gleichen einer Solarzelle, die nur dann Strom produziert, wenn das Licht der Aufmerksamkeit auf Sie fällt.

Je mehr Aufmerksamkeit, desto mehr Strom. Deswegen muss die Solarzelle auf Hochglanz gebracht werden. Die Frisur muss zum Gewand, das Gewand zu den Schuhen, die Schuhe zur Uhr, die Uhr zur Frisur und die Frisur muss zur Stimmung passen. Kein leichtes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass Ihre Garderobe eine Farbpalette abdeckt, die sogar das Kind mit der größten Jolly Buntstift Sammlung beneiden würde. Dann noch ein ordentlicher Kaffee, um sicherzustellen, dass Ihr Nervensystem hochsensibel und einsatzbereiter ist als die US-Marines direkt vor dem Angriff, und auf in die Arbeit, die hoffentlich im kommunikativen Bereich angesiedelt ist … Dort gibt’s erst einmal einen ordentlichen Kaffee. Nur zur Sicherheit. Dann werden schnell einmal die obligatorischen „gutenmorgenwiegehtsdennsoundhastduschongehört“ e-mails vom Stapel gelassen. Dann ist es Zeit für die erste Kaffeepause. Schließlich soll ein gutes Gesprächsklima unter den Mitarbeitern die Produktivität und Zufriedenheit am Arbeitsplatz erhöhen.

Sie sehen es als Ihre Aufgabe, sich darum zu kümmern. Aber wissen Sie, was der Haken am Klima ist? Haben Sie schon einmal versucht, mit einem schwülen Sommertag zu reden? Haben Sie schon einmal versucht, mit einem grausigen Herbsttag darüber zu diskutieren, ob es nicht mit ein bisschen weniger Nebel auch getan wäre? Genau! Das ist der Haken. Das Klima ist einfach da. Nimmt seinen Raum ein. Macht sich bemerkbar. Aber bemerkt einen kaum. Sie sorgen nicht für das Gesprächsklima. Sie sind das Gesprächsklima. Nehmen die zentrale Rolle ein. Sie können leidenschaftlich erzählen. Sie können begeistern. Sie können Witz und Charme versprühen und lachen, dass sich die Balken nicht nur biegen, sondern bersten. Ehre, wem Ehre gebührt. Aber eines können Sie nicht: Zuhören! Den anderen geht es so, als würden sie sich mit einem schwülen Sommertag unterhalten.

Sie tun zwar so, als würden sie zuhören, warten aber nur auf ein Stichwort für ihren nächsten Einsatz… Und wenn wir schon von Einsatz sprechen …

 Diesen liefern Sie, keine Frage! Sie sind dauernd in Bewegung, mal hier mal dort, einfach „unendlich beschäftigt“, wie Sie ihre Kollegen gerne wissen lassen. Sollten Ihnen die Heftklammern ausgehen, dann wird sogar die Chefetage etwas davon mitbekommen. Sollte es Ihnen gelingen, den Vorrat selbstständig aufzustocken, dann gibt’s als Belohnung auf jeden Fall einmal einen großen Kaffee. Ja, Sie tun viel! Oder sagen wir so: Es sieht zumindest so aus, als würden Sie viel tun. Denn all Ihre Tätigkeiten werden mit großer Intensität, Leidenschaft und zappeliger, ruheloser Energie absolviert. Sie gehen so sehr in den Tätigkeiten auf, dass Sie oft gar nicht mehr wissen, was Sie eigentlich tun wollten. Deswegen tendieren Sie dazu, lieber einfach weiter zu tun und dabei so zu tun, als würde alles seinen vorgesehenen Lauf nehmen. Sie sind wie ein lebendiges Feuer. Versprühen Funken. Bringen Licht in den grauen Büroalltag.

Aber natürlich gibt es auch eine Schattenseite: Sie werden dabei leicht unruhig, nervös, unkonzentriert und wankelmütig …

Wenn es einen Lebensbereich gibt, wo sich Ihre mannigfaltigen Sonnenstrahlen auf wunderbare Art und Weise bündeln und die durchdringende Kraft eines Lasers erreichen, dann ist es der zwischenmenschliche, sprich der Bereich, wo es um Liebe, Beziehungen und Sex geht. Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause fällt es Ihnen leicht, sich mindestens dreimal zu verlieben. Und im Kopf die komplette Romanze durchzuspielen. Vom Kennenlernen, über die erste Verabredung, den ersten Sex, den ersten Urlaub, den ersten Streit und das letzte Wort, das natürlich bei Ihnen liegt. Sie brauchen Intimität und emotionale Beziehungen und dementsprechend ist Ihre Abendgestaltung. Sollten Sie in einer Partnerschaft leben, dann werden Sie jegliche Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Dazu steht Ihnen die komplette Gefühlspalette zur Seite, die Sie einzusetzen verstehen, wie Gustav Klimt seinen Pinsel.

Sie werden gefragt, wie es Ihnen untertags gegangen ist? Das ist der Startschuss für Ihren verbalen Marathon, den Sie dankbar und mit einem strahlenden Lächeln quittieren.

Sie werden nicht gefragt? Dann ist das der Startschuss für ein emotionales Drama, das 75 Sie ebenso genießen, auch wenn Sie dabei vorgeben müssen, nicht geliebt zu werden und sofort den Sinn einer Welt ohne Liebe in Frage stellen. Aber was soll’s. Groß ist Ihr Freundeskreis und unendlich sind Ihre Möglichkeiten, sich abends noch in Szene zu setzen. Partys, Feste, Dinners… Wenn es darum geht, eine Bühne zu finden, auf der Sie sich präsentieren können, dann fängt der Tag erst richtig an. Sie sind aber kein oberflächlicher Typ, auf der beständigen Jagd nach Zerstreuung. Keineswegs! Schließlich gilt es auch abends wichtige Fragen zu klären: Die Frisur muss zum Gewand, das Gewand zu den Schuhen, die Schuhe zur Uhr, die Uhr zur Frisur und die Frisur muss zur Stimmung passen. Das Feuer braucht Holz, damit es brennen kann. Der Feuertyp braucht die Bretter der zwischenmenschlichen Bühne, um brennen zu können. Er möchte sehen und gesehen werden. Er möchte reden und Aufforderungen zum Reden bekommen. Er möchte lieben und leiden. Er möchte aufgeregt und erregt sein. Er möchte brennen, leuchten und Hitze abstrahlen, das ist sein Element…