Mit Hilfe der 5 Elemente-Lehre der chinesischen Medizin können wir rasch und unkompliziert herausfinden, welche Grundqualität unseren Typen ausmacht.

Die Qualität der Jahreszeiten spiegelt sich auch in uns als Menschen. Manche Personen sind voller aktiver Frühlingsenergie. Andere sind geprägt von ruhiger Herbstenergie. Erkennen wir, welche Grundqualität in uns schlummert, können wir diese bewusst kultivieren und freisetzen.

Text: Auszug aus dem Buch „Ich Yin, du Yang“ von Mike Mandl

DER ERDTYP: GUTES GEMÜT UND GEMÜTLICHKEIT

In meiner Liste der Top fünf Notfallsmittel, die sich bei schwerem Stress und nicht in den Griff zu bekommender Nervosität bewährt haben, stehen Sie an oberster Stelle. Beziehungsweise Ihr Wohnzimmer. Weil ich keinen Platz in der gesamten Stadt kenne, der eine ähnliche Ruhe und Geborgenheit ausstrahlt. Der offene Kamin, das riesige Sofa davor, die netten Kerzen an der Wand, das gute Essen, die besonders guten Nachspeisen und der gute Wein! Die Welt könnte draußen untergehen und ich würde lediglich fünf Zentimeter tiefer in die riesigen Kissen sinken und mich von der dezenten Hintergrundmusik in Sphären tragen lassen, denen weder die Taliban noch ein G.W.Bush etwas anhaben könnten. Ihr Zuhause ist das ruhigste Eck einer ruhigen Insel in einem ruhigen Ozean, und müsste man einem Chinesen das Wort Gemütlichkeit erklären, dann käme man am schnellsten ans Ziel, wenn man ihm ein Bild Ihres trauten Heimes vor die Augen halten würde … Und Sie? Ja, natürlich gibt es Sie auch noch! Sie sind das Zentrum dieses Refugiums. Sie sind der Gastgeber. Sie sind die Mutter und der Vater aller Gastgeber. Sie sind die Bibel, auf die sich der gesamte Orient bezieht, wenn er das Wort Gastfreundschaft in den Mund nimmt. Aber mit Ihnen habe ich ein kleines Problem. Denn es fällt mir schwer zu glauben, dass Sie mit ihrer freundlichen, zuvorkommenden, rücksichtsvollen, diplomatischen und unterstützenden Art wirklich nichts von mir wollen. Aber das ist mein Problem.

Sie sind so, wie Sie sind. Es ist Ihre Natur, für andere da zu sein. Einfach da zu sein und anderen zu ermöglichen, sich an ihrer Gelassenheit und Gemütlichkeit zu laben.

„Entschuldigung, wenn ich beim Schreiben störe, aber darf es vielleicht noch ein Gläschen Wein sein?“ Ja, gerne. Und könnte ich mir noch eine Stunde Ihr Ohr leihen, um es mit den Widrigkeiten meines Alltags voll zu stopfen? „Sicher, kein Problem. Aber Sie müssen unbedingt noch dieses selbst gemachte Konfekt kosten!“ Oh, ja. Warum nicht! Nach einer Stunde mit Ihnen hat man das Gefühl, am Busen der alles beschützenden Mutter eine gute Prise Geborgenheit gesaugt zu haben. All die unruhigen Stresshormone im Körper haben sich in ihre Hängematten zurückgezogen, um friedlich dem sanften Plätschern des nie versiegenden Blutstromes zu lauschen … Böse Zungen behaupten ja, dass es geradezu Ihre Pflicht sei, ausgleichend und nährend auf Ihre Mitmenschen einzuwirken. Irgendwo müssen sich die Stresshormone ja hin verzogen haben, die Ihrem Körper definitiv fehlen. Wir, ja wir nervösen Gestalten sind es, die ein Refugium für Adrenalin und Co darstellen. Sie sicher nicht. Sie nehmen den Freunden der drahtseilartigen Nerven schon beim Frühstück den Wind aus den Segeln. Wie man den Tag beginnt, so wird er enden. Das ist auch Ihre Meinung.

Und nachdem Ihr Tag ein beschauliches Ende finden soll, fängt er auch so an. Ihr Wecker klingelt gerne 15 Minuten vor der Zeit, zu der Sie eigentlich aufstehen sollten.

Warum? Weil Sie nichts mehr hassen, als wie von der Tarantel gestochen aus den Federn zu springen. Nein, da drehen Sie sich lieber noch mal um, ziehen die Decke über den Kopf und sehen dem Sandmännchen zu, wie es in aller Ruhe Kübel, Schaufel und Sieb einpackt. Die Traumfee kann sich währenddessen duschen, schminken, anziehen, umziehen, erneut schminken und nochmals umziehen, bevor sie ihr Reich den Dämonen des Alltags überl.sst. Dann wird einmal langsam gegähnt, die Muskulatur sanft gestreckt und überlegt, was der Frühstückstisch für Überraschungen bereit halten soll. Die Zubereitung der Nahrung ist für Sie ein heiliger Akt, die Küche ist Ihre Kirche und das Esszimmer ihr Altar. Und haben Sie schon mal erlebt, dass sich der Priester bei der Messe in seinen Handlungen überstürzt? Eben. Meditativ wird der einem Füllhorn gleichende Kühlschrank konsuliert, der Tisch geschmückt und ein Büffet errichtet, das einen hungrigen Magen und ein gieriges Maul mit Turboboost ins Nirwana befördern könnte. Genau dort scheinen Sie auch zu verweilen, wenn Sie beim Essen sind. Sie gleichen einem Baby in der Fernsehwerbung. Rundum glücklich und zufrieden. Bei Ihnen warten die Brötchen, Croissants, Aufstriche, Eier oder andere Köstlichkeiten förmlich drauf, vernichtet zu werden, denn einen liebevolleren Untergang können sie sich nicht vorstellen. Ihre Routine ermöglicht es Ihnen, jeden Tag so zu beginnen, ohne dabei in Gefahr zu geraten, zu spät in der Arbeit zu erscheinen. Sie sind Meister der automatisierten Abläufe. Aber es ist kein strenger Zeit- und Organisationsplan, der Sie dazu nötigt, sondern Ihr inneres Bedürfnis nach gleich bleibenden Vorgängen. Aufstehen. Essen. Duschen. Anziehen. Fertig. Einatmen. Herzschlag. Herzschlag. Ausatmen.

Ihre Tätigkeiten weisen einen verlässlichen Rhythmus auf. Einen konstanten Rhythmus. Eine Veränderung dieses Rhythmus’ würden Sie als genauso schlimm empfinden wie eine Veränderung Ihres Herzschlages.

Deswegen bevorzugen Sie eine Arbeit, die von Beständigkeit geprägt ist. Sie halten nichts vom hektischen Arbeitsplatzwechsel, der in der heutigen Zeit fast schon einem Sport gleicht … Ihrer Firma gegenüber sind Sie sehr loyal. Oft vielleicht auch zu loyal, denn selbst wenn Sie Ihre Arbeit nicht wirklich zufrieden macht, bevorzugen Sie Stabilität gegenüber Veränderung. Wobei anzumerken ist, dass es nicht der Inhalt Ihrer Arbeit ist, der Sie manchmal verzweifeln lässt. Sie erledigen Ihren Job mit beharrlicher Sorgfalt, auch wenn es sich um weniger anspruchsvolle Tätigkeiten handelt. Es ist das Betriebsklima, das ihnen wichtig ist. Und das Sie schleichend vergiften kann. Sie sparen daher nicht mit Gegenmitteln, um solch negative Situationen bereits im Keim zu ersticken. Sie sind die Person, die ihre Abteilung stets mit selbst gebackenem Kuchen zum Kaffee überrascht. Sie organisieren gemeinsame Freizeitaktivitäten für die Belegschaft. Sie sind im Vorstand eines jeden Hobbyvereins, der im Betrieb gegründet wurde. Sie sind das offene Ohr für die Probleme Ihrer Mitarbeiter. Der Streitschlichter. Der „Gute-Laune-Vermittler“. Der ruhige Pol, zu dem man immer wieder zurückkehren kann, wenn einen Intrigen und Stress in den Wahnsinn zu treiben drohen. Deswegen sind Sie bei ihren Kollegen sehr beliebt.

Deswegen macht ihnen ihr Job Spaß. Nicht wegen der Herausforderung. Nicht wegen des Erfolgs. Sondern wegen des menschlichen Miteinanders.

Dieses endet für Sie auch nicht nach Arbeitsschluss. Wenn es darum geht, gemeinsam noch ein Bier zu trinken oder Kegeln zu gehen, dann kann man auf sie zählen. Genauso wie man Sie zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen kann, wenn man etwas Wichtiges zu beichten hat. Wobei Sie natürlich direkten Kontakt bevorzugen und es eher die Regel als die Ausnahme darstellt, von Ihnen zum Essen eingeladen zu werden. Arbeitskollegen, Freunde, Partner, Kinder. Alles eine große Familie. Im Zentrum stehen Sie und kümmern sich um jeden. Aber Sie tun das nicht, um etwas zu bekommen. Sie funktionieren nicht nach dem Leistungs/Gegenleistungsprinzip. Sie bekommen bereits etwas, wenn andere etwas von Ihnen bekommen. Hauptsache es herrscht gesellige Harmonie. Als Single wird man Sie daher selten antreffen. Partnerschaftliche Bindungen sind es, die Ihnen Kraft geben. Und die Sie mit Ihrem Harmoniebedürfnis, Ihrer Treue und Ihrer Loyalität zu bewahren verstehen.

Nachwuchs bedeutet für Sie keine Einschränkung des persönlichen Lebensraums, sondern eine Erweiterung desselben. Die Mutter- oder Vaterrolle ist Ihnen auf den Leib geschneidert und wird ohne Ressentiments liebevoll und selbstlos eingenommen.

Genauso, wie Sie sich liebevoll und selbstlos Ihrem Partner widmen. Gibt es Reibungspunkte, dann macht es Ihnen nichts aus, sich anzupassen. Lieber anpassen und zusammenbleiben als einem der modernen Schrecken zum Opfer fallen: Trennung, Scheidung, Alleinsein. Im Bett sind sie der kuscheligste aller Typen. Wenn es etwas gibt, das Ihnen wichtiger als Ihr Frühstück ist, dann ist es Körperkontakt. Dieser wird die ganze Nacht aufrechterhalten, bis der Wecker zu klingeln beginnt. Üblicherweise 15 Minuten vor der Zeit, zu der sie eigentlich aufstehen sollten … Und dann beginnt der Rhythmus eines neuen Tages … Der Erdtyp braucht Beständigkeit, Stabilität, Mitmenschlichkeit und Bodenständigkeit, um einen fruchtbaren Acker darzustellen. Sind diese Faktoren vorhanden, kann er sein komplettes soziales Umfeld mit Wärme, Nähe, Geselligkeit und Mitgefühl nähren. Dann gleicht er wahrlich der großen Urmutter, zu deren Busen wir alle gerne zurückkehren würden.